Das Blaue Kartell

Was versteht man darunter?

 

 

Wir definieren uns als ein Corps an vier Hochschulstandorten. Das "Wir" besteht aus unseren Corpsbrüdern vom:

 

Corps Altsachen Dresden
 

Corps Hannoverania Hannover
 

Corps Saxo-Thuringia München

 

… und natürlich auch aus uns. Um die freundschaftliche Verbundenheit zu zeigen, nennen wir uns gleichermaßen Corpsbrüder und pflegen einen engen Austausch. Jedes Semester gibt es verschiedene Veranstaltungen, bei denen wir uns gegenseitig besuchen – so kommt man im Laufe eines Semesters gut herum.

 

Zu nennen wären hier beispielsweise die Stiftungsfeste oder das Kartell-Aktiventreffen, bei dem die aktiven Verbindungsmitglieder an einem Wochenende so richtig die Sau rauslassen können. Das wohl wichtigste Treffen findet jedoch in Weinheim über Himmelfahrt statt. Dort versammeln sich alle Weinheimer Corps und natürlich auch das Blaue Kartell für ein Wochenende, um unterschiedliche Programmpunkte auszurichten. Es ist ein erstklassiges Networking-Event für jüngere Corpsstudenten mit sehr familiärem Charakter. Viele Alte Herren nehmen ebenfalls jedes Jahr die Reise auf sich, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

 

Hier geht es zu einem Artikel über die Tagung.

 

 

Zum geschichtlichen Hintergrund & warum überhaupt blau?

 

 

 

Das Blaue Kartell geht auf einen Zusammenschluss von Corps des Rudolstädter Senioren-Convent (RSC) an tiermedizinischen Hochschulen zurück. Das Ursprungskartell bestand zwischen dem Corps Hannoverania Hannover und dem Corps Teutonia Berlin, gegründet am 24. April 1874. Mit dem Beitritt des Corps Nicaria Stuttgart, das 1910 mit dem Corps Saxo-Thuringia München fusionierte, entstand das Blaue Kartell – „blau“ wegen der gemeinsamen Mützenfarben.

 

Das Corps Saxo-Thuringia München trat 1899 bei. Das Corps Albingia Dresden war von 1900 bis 1996 Mitglied, bevor es mit dem Corps Marko-Guestphalia Aachen fusionierte. Am 20. November 1993 wurde das Corps Altsachsen Dresden in das Blaue Kartell aufgenommen. Nach der Verschmelzung der Corps Cheruscia Berlin, Rheno-Guestphalia Berlin und Teutonia Berlin zum Corps Berlin am 15. Mai 2010 wurde auch das Corps Berlin in das Blaue Kartell aufgenommen und übernimmt die Stelle des Corps Teutonia.

 

Alles ein wenig kompliziert? Genauere Details zur Geschichte werden bei unseren Fuchsenstunden vermittelt, können aber auch jederzeit bei uns erfragt werden.

 

 

Was bedeutet es im Blauen Kartell zu sein?

 

 

In erster Linie bedeutet es, Teil des steilsten Kartells der Studentenverbindungsszene zu sein – und das Privileg zu haben, unvergessliche Erfahrungen zu machen! In zweiter Linie heißt es, über die eigenen Stadtgrenzen hinaus zu denken und sich aktiv für den Erhalt des Kartells zu engagieren. Für viele ist das Kartell daher besonders attraktiv, um ein weiterführendes Studium an einem anderen Standort fortzuführen und eventuell sogar eine zweite Aktivenzeit zu erleben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichten, die das Leben schreibt

Erzählungen eines Corpsbruders

"Eine meiner liebsten Sommererinnerungen ist der Sonntag unseres Stiftungsfestes beim Kartellcorps Saxo-Thuringia, als wir eine Floßfahrt auf der Isar von Wolfratshausen nach Sendling in München unternahmen. Zu unserer Gesellschaft zählten an jenem Tag nicht nur der liebe Sonnengott, der uns herrlichstes Wetter bescherte, sondern auch eine dreiköpfige Liveband. Der Sänger schmetterte durch ein Sprachrohr Hits von damals und heute, während wir uns frisches Bier aus der Zapfanlage in unsere Tonkrüge gossen und im Fluss badeten. Jung und alt fanden Platz, und alle, also Corpsbrüder, Freunde und Partnerinnen, amüsierten sich prächtig. Die Stimmung war ausgelassen, beinahe ekstatisch, und man konnte leicht vergessen, dass ein solcher Tag ohne das Corps und das Kartell niemals möglich gewesen wäre. Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst.

 

Die Jungen, die an solchen Tagen teilnehmen und das Glück an Leib und Seele spüren, bleiben meist ein Leben lang dabei, bis sie selbst einmal alt und grau sind. Wenn es die Gesundheit erlaubt, finden sie sich später wieder auf einer Floßfahrt, bei einem Stiftungskommers oder beim Stammtisch mit der nächsten Generation ein und erinnern sich an die sorgenlosen Tage ihrer Studentenzeit. So dreht sich das Rad immer weiter. Genau deshalb gibt es uns schon so lange, und hoffentlich wird es uns auch noch lange geben.

 

Jeder Corpsbruder hat seine eigene persönliche Highlight-Erinnerung aus den vielen Jahren Mitgliedschaft. Frag doch einfach mal nach, welches Ereignis den ein oder anderen am meisten geprägt hat. Am besten arbeitest du selbst an deinem ganz persönlichen Corpshighlight, denn die besten Geschichten schreibt man schließlich selbst."

 

 

 

 

 

 


Kartellfest 2024

Erzählungen eines Corpsbruders

 

Vom 5. bis 8. September 2024 feierten die vier Kartellcorps des Blauen Kartells ihr 150-jähriges Bestehen in Weinheim. Höhepunkte waren der Festkommers und der Festball auf der Wachenburg. An allen Veranstaltungen nahmen jeweils rund 200 bis 250 Gäste teil.

 

Die Geschichte des Blauen Kartells begann im Jahr 1874 mit der Gründung durch zwei Corps. Im Laufe der Zeit traten weitere Corps bei, einige schieden aus, neue kamen hinzu. Heute verstehen sich die vier Corps als ein gemeinsames Corps an vier Studienorten, überregional verbunden und in enger Zusammenarbeit.

Der Begrüßungsabend fand am Donnerstag auf dem Weinheimer Marktplatz statt. Am Freitag folgte der Festkommers auf der Wachenburg, während parallel die Damen ein mehrgängiges Menü mit Weinprobe genossen.

 

Der Kommers wurde von zahlreichen Grußworten und einem Festvortrag begleitet, der die Herausforderungen und Chancen unserer Zeit in den Blick nahm: Digitalisierung, Energiewende, geopolitischer Wandel und technologischer Fortschritt. Der Appell lautete, mit Mut, Zusammenarbeit und nachhaltigen Lösungen die Zukunft zu gestalten.

 

Im Anschluss betonten Redner aus dem Aktiven- und Altherrenbereich die Bedeutung der Corpsgemeinschaft, die gegenseitige Unterstützung und die daraus erwachsenden Entwicklungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen. Auch die erfolgreiche Wiederaufnahme eines Corps an seinem historischen Standort wurde gewürdigt. Der Abend endete mit gemeinsamem Gesang, der Nationalhymne und traditionellem Liedgut und markierte so einen emotionalen Höhepunkt des Jubiläums.

Am Samstag stand ein Ausflug nach Heidelberg auf dem Programm, bevor am Abend der Festball auf der Wachenburg begann. Nach einem Gruppenfoto wurde der Ball mit dem Tanz der Debütanten eröffnet. Eine Liveband sorgte für ausgelassene Stimmung, ein Fünf-Gänge-Menü und eine Damenrede rundeten den festlichen Abend ab. Zum Ehrentanz wurden Corpsbrüder entsprechend ihrer Zugehörigkeit und Lebenswege aufgerufen.

 

Ein Shuttle-Service sorgte an beiden Abenden für einen sicheren Heimweg. Am Sonntag setzte ein Frühschoppen auf dem Marktplatz den stimmungsvollen Schlusspunkt unter ein rundum gelungenes Fest.

Mit vielen Erinnerungen im Gepäck trat man schließlich die Heimreise an. Und um die Anwesenden zu zitieren:

 

„Jedes Jahr wieder!“